Frauen für das Minarett-Verbot

Ich bin Feministin und habe noch nie einen BH verbrannt.

Ich bin noch immer tief schockiert über das Ergebnis der Minarett-Initiative. Ich fiel aus allen Wolken am Sonntag, 29. November 2009. Es gibt vieles, was mich erschüttert, vieles davon wurde bereits gesagt, geschrieben, veröffentlicht. Eines liegt mir besonders am Herzen, so dass ich hier nochmals darüber berichten will.

Julia Onken, eine bekannte Altfeministin hat in einem Rundmail Frauen dazu aufgefordert aus frauenrechtlicher Sicht JA zu stimmen. PolitologInnen gehen nach der Abstimmung davon aus, dass Frauen einen grossen Teil dazu beigetragen haben, dass die Initiative angenommen wurde.

Das trifft mich hart. Die Befürwortung dieser Initiative als feministische Position zu bezeichnen, ist eine Beleidigung für jede moderne Feministin und jeden modernen Feministen. Dass durch ein Minarettverbot keine einzige Frau weniger unterdrückt wird, ist sonnenklar. Natürlich werden Frauen im Islam – genauso wie in anderen Religionen auch - systematisch unterdrückt. Diese Initiative ist jedoch das absolut falscheste Mittel um dem entgegenzuwirken. Die Initiative wurde wegen Ängsten und Vorurteilen angenommen. Ängste führen zu Distanz zu dieser, in der Schweiz lebenden, Minderheit. Distanz führt zu einer Parallelgesellschaft. In einer Parallelgesellschaft haben es die muslimischen Frauen noch viel schwerer, sich aus ihrer Unterdrückung zu befreien. Nur eine gezielte Integration in unsere Gesellschaft kann zur Befreiung unterdrückter Frauen führen.

Dass diese Initiative jetzt auch im Name der Frauenrechte angenommen wurde, befremdet mich zutiefst. Und wenn diese so genannten Feministinnen jetzt ausführen, sie hätten damit ein Zeichen gesetzt, gegen eine Religion, in der Frauen unterdrückt werden, dann jagt es mir den Nuggi raus! Auch hier in unserer westlichen Gesellschaft werden Frauen nach wie vor ungleich behandelt. Auf was für einer religiösen Tradition fusst unsere westliche Gesellschaft? Ja, dem ach so viel gelobten Christentum, mit seinen sozialen Werten. Wie war das nochmals Herr Darbellay? Mit den jüdischen und muslimischen Friedhöfen? Ach ja und wenn wir grad schon von Frauen reden: ist es laut christlichem Glaube nicht so, dass die Frau bloss aus der Rippe des Mannes geformt wurde? Und die Frau schuld daran ist, dass die Menschheit aus dem Paradies vertrieben wurde? Fragen wir doch die katholische Priesterin oder Päpstin. So viel zum Thema Gleichberechtigung der Frauen in unserer vom Christentum geprägten Gesellschaft.

Frauenrechte sind nicht verhandelbar. Egal ob wir an Allah, Gott oder an gar nichts glauben.

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